Die Bernsteinschabe ist ein Einwanderer – Schädlich oder nicht schädlich?

Über Monate hinweg sind immer wieder Anrufe von besorgten Bürgern bei Kammerjägern und Zoologen eingegangen. Der Verdacht auf Kakerlaken bzw. Schaben in der Wohnung hat Sie verunsichert. In den meisten Fällen konnten die Betroffenen beruhigt werden, denn es handelte sich lediglich um die harmlose Bernsteinschabe (Ectobius Vittiventris).

Die Bernsteinschabe hat einen langen Weg hinter sich. Früher war sie vorwiegend im Mittelmeerraum anzutreffen, da sie warme Regionen bevorzugt. Aber schon in den 90ern ist sie bis in die Schweiz vorgedrungen und hat sich dort beheimatet. 2001 wurden dann erstmals Bernsteinschaben in Weil a.Rh. (Baden-Württemberg) entdeckt. 2012 konnte man dann auch erste Exemplare in Freiburg (im Breisgau) entdecken, was darauf schließen lässt, dass sich die Bernsteinschabe immer weiter nach Norden aufmacht. Die Bernsteinschabe gehört zur Unterfamilie der Waldschaben und ist weder für den Menschen noch für Tiere gefährlich.

Da sie oft mit der Deutschen Schabe (Blatella germanica) verwechselt wird, sollten Sie die gröbsten Unterschiede kennen: Vom Aussehen her unterscheiden Sie sich nicht groß, allerdings besitzt die Deutsche Schabe zwei dunkle Streifen auf dem Halsschild, die es bei der Bernsteinschabe nicht gibt. Außerdem ist die Bernsteinschabe nur selten in der Wohnung anzutreffen und eher draußen am Tage aktiv. Die Deutsche Schabe hält sich hingegen in dunklen Ecken auf und ist nicht flugfähig.

Es ist wichtig diesen Unterschied zu erkennen, da sich die Bernsteinschabe lediglich von Pflanzenresten ernährt und an Lebensmitteln keinen Gefallen findet. Deshalb überträgt Sie auch keine Keime oder Erreger und ist völlig harmlos. Die Deutsche Schabe hingegen verunreinigt nicht nur Nahrungsmittel, sondern verursacht zahlreiche Krankheiten, die für den Menschen gefährlich werden können.
Sollten Sie trotzdem unsicher sein und wollen sich vergewissern, ob es sich um einen Schädling handelt oder nicht, ziehen Sie einen Kammerjäger für Gelsenkirchen zu Rate.

» zurück zur Übersicht